Flächensuche

Das Herzstück der Rettungshundearbeit

Wenn sich ältere Personen oder Kinder im Wald verirren, Pilzsammler den Weg nicht mehr zurückfinden oder Menschen aus sonstigen Gründen vermisst werden, beginnt die Arbeit der Rettungshundeteams. Ein „Team“ besteht in diesem Fall aus dem Hund, seinem Hundeführer und ein bis zwei Suchgruppenhelfer, welche den Funkverkehr und die Orientierung im Gelände übernehmen.

Hierbei machen wir uns die hervorragende Nase, die Schnelligkeit und die Beweglichkeit des Hundes zu Nutze. Durch unwegsames Gelände und dichtes Gestrüpp schafft es ein ausgebildeter Rettungshund, in ca. 90 Minuten ein bis zu 100.000 m² großes Gelände abzusuchen. Dafür werden wir zumeist in Waldgebieten eingesetzt, die aus der Luft nicht einsehbar sind. Hierbei spielen das Wetter, die Geländebeschaffenheit und auch die Tages- bzw. Nachtzeit eine eher untergeordnete Rolle. Voraussetzung ist jedoch die mögliche Eingrenzung eines möglichen Suchgebiets, also z.B. das Gebiet um den letzten Sichtungspunkt, das Gebiet an einer Unfallstelle, Lieblingsplätze und –wege der vermissten Person, usw.

Der Rettungshund sucht freilaufend und selbstständig, ist jedoch aufgrund seines geschulten Gehorsams jederzeit durch den Hundeführer lenkbar. Die auffällige Kenndecke, die jeder Rettungshund bei seiner Suche in der Fläche trägt, dient dazu, dass auch fremde Personen ihn als einen solchen erkennen können. Zudem können an ihr Glöckchen und Blinklichter befestigt werden, damit der Hundeführer seinen Hund auch bei Dunkelheit im Gelände orten kann.

Da jede Person, welche sich im Suchgebiet aufhält, angezeigt wird, ist es nicht erforderlich, ein Kleidungsstück der vermissten Person oder den exakten Abgangspunkt verfügbar zu haben. Der Geruch eines Menschen kann bei entsprechender Witterung und Geländegegebenheit über mehrere hundert Meter hinweg von einem Hund wahrgenommen werden. Dieser verfolgt den Geruch dann bis zum Ausgangsort. Hat der Rettungshund eine Person gefunden, zeigt er dies dem Hundeführer durch Verbellen, Bringseln oder Freiverweisen an. Sind Hundeführer und Suchgruppenhelfer schließlich bei der vermissten Person angelangt, werden erste Hilfsmaßnahmen eingeleitet und Rettungskräfte zur Fundstelle gerufen.

Verbellen: Der Hund zeigt durch anhaltendes Bellen an, dass er eine Person gefunden hat. Er bellt so lange, bis sein Hundeführer bei ihm angekommen ist.

Bringseln: Der Hund nimmt ein sogenanntes „Bringsel“ auf und bringt dies seinem Hundeführer. Anschließend führt er diesen zur gefundenen Person.

Freiverweisen: Der Hund bringt den Hundeführer durch Pendeln zwischen der gefundenen Person und dem Hundeführer zum Ziel.