Mantrailing

Die Individualisten der Rettungshundearbeit

Ist bei einer vermissten Person der Abgangsort zweifelsfrei bekannt, bietet sich der Einsatz eines Mantrailers an.

Jeder Mensch hat einen Eigengeruch, den der Körper permanent abgibt. Dies ist vergleichbar mit einer Art olfaktorischem Fingerabdruck. Der Hund ist in der Lage, diesen individuellen Geruch von jedem anderen Menschen zu unterscheiden und aus einer Vielzahl unterschiedlicher Gerüche in der Umgebung herauszufiltern.

Am Abgangsort benötigt der Rettungshund einen Geruchsträger (z.B. Kleidungsstück), der ausschließlich den Geruch der vermissten Person enthält. Es muss besonders darauf geachtet werden, dass z.B. Angehörige oder Polizeibeamte den Geruchsträger nicht mit ihrem eigenen Individualgeruch „verunreinigen“. Unsere Hundeführer sind aus diesem Grund besonders geschult, eine korrekte Asservierung durchzuführen und ggf. auch Geruchskopien anzulegen.

Der Mantrailer folgt im sofortigen Anschluss daran der Geruchsspur (Trail). Hierbei ist es völlig unerheblich, über welche Untergründe (Asphalt, Schotter, Wiese) die Person gegangen ist, oder durch welche Gebiete (bewohntes Gebiet, Wald, freie Fläche) die Spur verläuft. Dabei darf sich der Hund durch keinerlei andere Reize von seinem Trail ablenken lassen. Erfahrene Mantrailer sind in der Lage, eine mehrere Tage alte Spur über einige Kilometer hinweg zu verfolgen. Je früher ein Mantrailer jedoch hinzugezogen wird, desto höher sind die Erfolgschancen.

Die Mantrailer arbeiten in speziellen Geschirren und an Leinen, die je nach Umgebung zwischen 7 bis 10 Meter lang sein können. Nicht nur die Ausbildung der Hunde ist sehr anspruchsvoll, sondern auch die des Hundeführers, da er lernen muss, seinen Hund im kleinsten Detail lesen zu können. Er muss erkennen, ob der Hund sich noch auf der ihm zugewiesenen Geruchsspur befindet, ob er sie verloren hat, oder sie plötzlich endet, da die Person z.B. in ein Auto oder in einen Bus eingestiegen ist, oder ob es am angesetzten Punkt vielleicht gar keine Spur der vermissten Person gibt.


Einsatztaktik – Mantrailer oder Flächensuchhunde

Die Arbeit von Mantrailern wird in Deutschland zunehmend populärer. Auch bei uns wird immer häufiger explizit und ausschließlich ein Mantrailer angefragt. Allerdings ist zu betonen, dass ein Einsatz aller verfügbaren Suchmethoden und –einheiten erfahrungsgemäß am schnellsten und sichersten zum Erfolg führt, da sie sich ergänzen. Neben Suchmannschaften, welche Wege und Gärten absuchen und dem Helikopter, der für das offene Gelände zuständig ist, haben Flächensuchhunde ihren primären Suchbereich in den Waldgebieten, während der Mantrailer der letzten Geruchsspur der vermissten Person unabhängig der Umgebung jedoch meist in den Städten folgt. Aufgrund dieser Zusammenarbeit kann eine möglichst flächendeckende Suche garantiert werden. Nur in seltenen Fällen wird der alleinige Einsatz eines Mantrailers erforderlich sein. Wir beraten Sie im Zweifelsfall gerne!